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Kategorie: Blogbitching

Schon spannend …

Schon spannend …

… wie ich diesen Blog mal wieder zwei Jahre links liegen lasse als wäre er Teil meiner Körperhygiene. Und dabei ist so viel passiert! Kein einziges Wort hat der Nigk zu COVID-19 geschrieben! Kein einziges Wort zu seiner Arbeit als Pflegefachmann! Keine Silbe zu seiner neuen Liebsten, die er jetzt seit mehr als einem Jahr an seiner Seite hat (dauert nicht mehr lange und das ist meine längste Beziehung). Und kein Buchstabe zu den vielen Fotzen, Bitches und Prinzessinnen, die er auf der Suche nach der einen durchgepimpert hat. Nix. Aber zumindest habe ich meine Login-Daten wiedergefunden. Ein Schritt.

Die Aktien steigen

Die Aktien steigen

Ich dachte mir: Woah, wär das nicht geil, wenn in diesem kleinen Kalender, rechts an der Sidebar meines Blogs, für den Monat April so eine rote Markierung für jeden Blog-Post so voll krass quer durchgeht? Dazu müsst ich heute was bloggen, aber nur was? Beitragsentwürfe gibt es so viele (19 Beiträge), Notizen auf dem Smartphone gibt es so viele (42 Notizen),  Ideen gibt es so viele (163.944 Ideen) … im Backend schlummern sogar schon zwei fertige Beiträge, die nur darauf warten, irgendwann mal in einer Schreibblockade von mir gepostet zu werden, damit niemandem was auffällt. Doch jetzt gerade, in diesem Moment, habe ich nicht den blassesten Schimmer was ich schreiben soll, wo ich anfangen und wie ich dann aufhören könnte … zu anstrengend …

Dass ich heute eine Schulaufgabe zu einem Thema geschrieben habe, welches ich bereits im Studium hatte, mit 1,0 bestand, jetzt aber schlechter abschneiden werde – weil die verfickte Berufsschulaufgabe schwerer war als eine scheiß Fachhochschul-Klausur – … hm … erwähne ich das? Erwähn ich auch meine vielen Spicker, die mich vom Absturz bewahrten, nur weil ich zu depressiv zum Lernen war? Erwähne ich die Erleichterung, die ich danach verspürt habe? Erwähne ich meine Sorge, dass ich dadurch befürchte so das Lernen zu verlernen? Mal lieber nicht. Die anderen haben ja auch gespickt. Warum sollen die sich einen Wettbewerbsvorteil erschleichen dürfen, dazu noch in einer Branche, wo eh jeder eingestellt zu werden scheint. Bis auf mich dann, man wird’s sehen. Pech ist mein Schatten, sogar in tiefster Nacht.

Aussichtsreiche Zukunftsprognose rot markiert, zurück in die Vergangenheit, von links unten nach rechts oben. Purer Zufall, ich schwör’s. Nein, den Beitrag vom 1. April hab ich nicht erst jetzt geschrieben, damit das besser aussieht. Ich schwöre bei Gott, wirklich.

Wie es hier weitergeht (Erläuterung der Kategorien)

Wie es hier weitergeht (Erläuterung der Kategorien)

Wie es hier weitergeht? So wie immer. Jedes mal dasselbe, ich kenn das Spiel inzwischen in- und auswendig. Anfangs werde ich einen Haufen Blog-Beiträge schreiben, da geht’s so richtig ab. Dann dünnt es aus, verebbt bis Totenstille herrscht. Es fällt mir schwer ausdauernd an Sachen dranzubleiben, wenn kein positives Feedback kommt. Habe auch in meinem Leben schon zu viele eigentlich coole Kunstprojekte mit Freunden begonnen oder Ideen angestoßen, nur um an irgendeinem Mist zu scheitern. Erfolgreiche Menschen werden aus solchen Erlebnissen klüger, ich nur gefrustet. „Frust“ wird ein Wort sein, das ich noch häufiger auf Zerfigkt verwende.

Nachdem über eine gewisse Zeit, vermutlich Monate, nichts mehr hier passiert, wird es langsam wieder anfangen. Ein kleiner Gehirnfurz scheint es mir wert aufgeschrieben zu werden. Weitere Beiträge folgen, weil ich merken werde, wie sehr mir Bloggen eigentlich Spaß macht, könnte ich mich nur davon lösen, ob andere das hier überhaupt lesen und gut finden oder nicht (was ja keiner soll! Verlass diesen Blog sofort!).

Dieser Zyklus von Tod und Wiederauferstehung wird öfters hier durchkreiseln. Bis ich, anal erfüllt von Trostlosigkeit, alles hinwerfe. Ich bin sprunghaft, unentschlossen, ängstlich, launisch as fuck. Das wird man wohl nicht am Blog-Design erkennen. Ab und an wechsle ich das Header-Bild. Das komplette Theme zu ändern werde ich mich nicht trauen, auch wenn mich einige Dinge bzgl. Usability stören, z.B. dass man auf der Startseite am Ende jedes Beitrags keinen Link zu den Blog-Kommentaren findet – etwas, das ich durch einen schnöden Textlink ändere. Bis man mein Geschreibe durchgelesen hat, vergisst man jede Intention ein Kommentar abzusetzen oder die Kommentare zu lesen (was du ja nicht sollst! Raus aus diesem Blog!).

Die Inhalte/Themen werden direkt aus meinem Leben kommen. Vielleicht ab und an mal ein Gedicht oder ein kleiner Clip von YouTube. Jammern auf niedrigstem Niveau lautet die Devise.

Kategorien für eine bessere Unterteilung meiner Beiträge zu setzen, fiel mir von Anfang an schwer. Ich möchte eine gewisse Trennschärfe haben, was sich durch meine Art zu schreiben nicht oft ermöglicht. Folgende hatte ich mir überlegt:

Erwerbsleben

Alternativ: Arbeitsleben, Berufsleben.
Hier wird es um den täglichen Struggle des Geldverdienens und der Zukunftssicherung gehen. Ich bin absolut kein Arbeitsmensch. Ganz ehrlich, ich bin der größte Penner, den man sich vorstellen kann. Ich möchte nicht arbeiten. Ich will, dass mir genügend Geld einfach so aus dem Arschloch fällt. Ich hasse Arbeit, Vorgesetzte, Chefs, Unternehmen jeglicher Gesellschaftsform und Arbeitsagenturen sowie sämtliche Umgangsformen, die damit einhergehen. Ich. Will. Nicht. Arbeiten. Es macht mich unendlich müde und depressiv. Gleichzeitig will ich nicht vom Staat leben, weil ich auch unseren Staat nicht sonderlich toll finde. Findet mich ruhig scheiße.

Liebesleben

Hatte mir überlegt diese Kategorie in „Liebes-/Sexleben“ zu benennen, weil ich strikt zwischen Liebe und Sex trenne, aber das sah mir zu sperrig aus. Deswegen just for the record: Hier kommt auch liebloses Gebumse mit rein und meine Gedanken dazu.

Innenleben

Alternativ: Gefühlsleben, Gedankenleben.
Hab’s schon an anderer Stelle erwähnt, mein Kopf hat einen Schleudergang für viele, viele, viele Gedanken; gleiches gilt für Herz und Gefühle. Richtig trennen kann ich das von den anderen Kategorien nicht. In Erinnerung an meine früheren Blogs werden sich hier die seichten, sentimentalen, melancholischen Ins-Taschentuch-heul-Beiträge finden.

Privatleben

Alternativ: Alltagsleben.
Toller Kategorie-Titel. Alles auf zerfigkt.de ist Privatleben! Zuerst dachte ich an „Straßenleben“, nur lebe ich nicht auf der Straße. Für „Stadtleben“ ist mir mein Wohnort zu klein. Viele Worte um nichts. Was ich halt so an ereignislosen Tagen erlebe. Wird wohl die Kategorie, die nie an Fleisch zulegt, weil ich sie am wenigsten füttern werde.

Wunschleben

„Hobbyleben“ klingt beschissen. Hauptsächlich würden Blog-Beiträge unter dieser Kategorie von meinen Bemühungen als Künstler/Autor handeln. Oder von positivem Zeugs, das ich erlebt habe und hoffentlich noch erleben werde.

Literatur/Poesie

Rezensionen und Vorstellung von Büchern, die ich lesen musste und bei denen der Drang vorliegt, sie in irgendeiner Form hier zu behandeln. Gedichte von anderen. Gedichte von mir.

Blogbitching

Ja, diese Kategorie ist der erste Ausreißer zwischen all diesem „-leben“. Aber wenn man’s genau nimmt: Life is a bitch. Damit passt’s wieder!
Gemeint sind hier Organisatorisches zum Blog, irgendwelche Updates zum Design, Bevorstehende Änderungen, Ausfälle, sowas halt. Dieser Beitrag hier wäre ein „Blogbitching“-Beitrag.

Cineastik/Film

Roger B. Nigk ist ein Cineast. Kein guter Cineast. So ein Halbguter. Ich habe schon so viele Filme und Serien gesehen, die Zeitverschwendung ist enorm. Habe in meinen anderen Blogs schon über Filme geschrieben. Ich mag im Grunde alle Genres. Schwerpunkt liegt auf dem weiten Feld des Mindfucks. Mir gefallen Filme bei denen man sich nicht gut fühlt, einige Shockumentaries ausgenommen, die mich einfach nicht reizen. Happy Endings not welcome.

Musik/Videoclips

Roger B. Nigk ist auch ein ziemlicher Musikliebhaber. Schwerpunkte hier auf verzerrter Gitarrenmusik der 90er, Progressive, Hip-Hop. Ebenso findet man hier Videoclips der gängigen Plattformen, die ich kommentieren möchte. Vermutlich meist YouTube-Shit.

Mögliche zukünftige Kategorien:

Zusammenleben

Mit wem auch immer: WG mit einem oder mehreren, mit Frau, Hund, Bettwanzen, Sackratten … man soll niemals nie sagen, heißt es.

Ableben

Wenn Roger Buscapé Nigk den Freitod wählt, wird es unter dieser Kategorie beschrieben stehen.

Luxusleben

Dann, wenn ich mit meinem Büchern etc. stinkend reich geworden bin.

Einsiedlerleben

Warum nicht? Ich passe nicht in diese Gesellschaft. Irgendwann werde ich mich nicht mehr weiter quälen, die Einsamkeit suchen und in ihr bis an mein Lebensende ruhen. Mit Internetpornographie.

Joah, so viel zu Kategorien. Ein Wort noch zu Werbung: Wird für diesen Blog aktiv nicht mehr gemacht. Meine Blogger-Zeit, als ich um die 1.000 Besucher täglich hatte, und auch dementsprechend viele Kommentare und Diskussionen, diese Zeit war schön, ich habe viele tolle Menschen kennengelernt, aber ich möchte nichts mehr erzwingen – außerdem, sollst du diesen Blog ja gar nicht lesen, wie oft soll ich es noch sagen!

~ Und was du nicht lesen sollst, kannst du auch nicht kommentieren. ~

Reflexion mit der Flex – warum dieser Blog?

Reflexion mit der Flex – warum dieser Blog?

Gründe warum ich blogge sind immer noch dieselben, die ich 2005 hatte, als ich meinen ersten Blog-Beitrag ins Netz laufen ließ. Nur der Hoster ist seit meinem dritten Blog ein anderer. Ein Kerl, mit dem ich innerhalb kürzester Zeit viel Blödsinn durchlebt habe und der mich in einer empfindlichen Zeit nicht von sich stieß, sondern sogar eine Schulbank mit mir teilte. Vielen Dank, Hydeeh Hyde. Ich vergess das nicht. [/schmalziger Prolog]

Einer unserer damaligen Mitschüler, Mic W., inzwischen selbstständig mit Sportnahrung, hatte eine kleine Website, auf der er seine Meinung und Gedanken teilte, großteils auf Englisch. Einer dieser Beiträge löste etwas in mir aus. Vorrangig beeindruckt hat mich seine Gabe zur kritischen Selbstreflexion, dazu dieses angstlose, in fast schon philosophisch anmutende Worte eingefasste „mein Herz ist freigelegt, glotzt und gafft ruhig, ist mir egal“. Und was er schrieb, machte ebenso für mich perfekten Sinn. Enttarnt und erkannt durch so ’nen Typen im Internet. Das war schön.

Zu dieser Zeit – das letzte Jahr ein Teenager – war ich mal wieder unglücklich verliebt, debütierte als Student, wusste nicht wohin, wusste nicht warum, wusste nicht wer ich war (man merkt: 13 Jahre später – Status unverändert). Mein Kopf war voller Dinge, die raus mussten. Mein erster Blog-Beitrag ließ sich davon noch nicht viel anmerken. Richtig verletzlich wurde ich mit meiner Verfolgungswahn-Reihe, gestartet am 09.09.2005, wo es um zerbrechliche Kontakte zu Frauen ging.

Dauerte nicht lange und ich weihte Freunde ein, weil ich gelesen werden wollte. Ich machte mir Gedanken darüber, wie meine Worte bei anderen ankamen, besonders bei einem Mädchen, Sabine, die ich rumkriegen und zu meiner ersten Freundin machen wollte, obwohl sie nicht wirklich mein Typ war und mich auch nicht sonderlich erregte. Aber wir waren in stetigem E-Mail-Kontakt, kannten uns von der Grundschule und sie konnte mit Worten umgehen, was durchaus Anziehung auf mich ausübte. Und: Als wir bei einem Klassenausflug eine Sommerrodelbahn besuchten, teilten wir uns einen Rodelschlitten. Sie saß hinter mir, legte ihre Beine um mich und ich konnte ganz deutlich ihre Vagina an meinem unterem Rücken fühlen. Ich war vielleicht 7 oder 8. Das war mein erster deutlicher Kontakt mit weiblichen Körperteilen, die sonst immer mit größter Sorgfalt von der Öffentlichkeit ferngehalten wurden und damit irgendwie geheimnisvoll waren. Gut, es war ihre und meine Jogginghose dazwischen, aber es hinterließ einen kleinen Funken sexuellen Interesses in mir, der inzwischen zum Fegefeuer erstarkt ist und in mir mit den Sonneneruptionen meines liebenden Herzens um die Vormachtstellung wetteifert. Das machte Sabine für mich besonders. Besonders eroberungswert.

Diese Mischung aus „eigentlich nicht mein Typ“ und „ich will sie zu sehr, weil Muschi“ machte meine Balz natürlich zur großen Pleite. Dass ich viel zu nett und unmännlich war, trug sein Weiteres dazu bei. Zudem war ich leicht zu kränken (bin ich heute noch, nur anders), worunter sie im weiteren E-Mail-Verkehr leiden musste. Wenn ich mir unsere Maildiskussionen gegen Ende des Kontakts nochmal durchlesen, schäme ich mich mehr als eine werdende Mutter, die in den letzten Presswehen der Hausgeburt auf den Tisch der Schwiegermutter scheißt – im Beisein der kompletten Verwandtschaft inklusive RTL-Fernsehkameras mit Live-Übertragung. Auch wenn mich damals störte, dass ihre Eltern so verfickt reich waren: Wir hätten irgendwie Freunde bleiben können. Vielleicht. Noch ein bisschen. Vermutlich nicht.

So it’s all about the pussy, right? Nope. Bloggen verschaffte mir ein Gefühl von Befreiung, raus aus familiären und gesellschaftlichen Käfigen, um sie von außen betrachten und darüber schriftlich sinnieren zu können; ebenso raus aus meiner Engstirn und mal beäugen, was sie so in Falten wirft, sei es durch Zweifel/Skepsis, Trauer, Wut oder Lachen (meine Stirn faltet sich bei allem); raus aus Erinnerungen, um sie aufarbeiten zu können; raus aus mir selbst, um mal andere Temperamente, Persönlichkeiten und Kontroversen infield auszuprobieren. Das war und ist spannend. Dabei im Gegenwind zu segeln und mal einen mehr oder weniger harten Schuss an den Bug zu kriegen, gehörte dazu.

Gedanken stürmen in meinem Kopf und wirbeln alles durcheinander, an das ich geglaubt und festgehalten habe. Werte, Überzeugungen, Vorbilder, Positionierungen innerhalb der Familie, mein Lebenslauf, mein Alltag, meine Nächte, meine Wahrnehmung als Mann, meine vermeintlichen Errungenschaften, mein Versagen, das alles inmitten von Menschen, Menschen von denen mir viele unsympathisch und suspekt geworden sind … harte Zeiten, momentan.

Der Leidensdruck ist enorm. Mein Geist, mein inneres Zentrum braucht wieder die Form von instabiler Stabilität, wie ich sie mit 25 noch zu haben meinte. Ich bin extrem uncool geworden, kann nicht mehr lässig und entspannt sein (dafür phlegmatisch), bin eine emotionale Splitterbombe, die Tag für Tag hochgeht und mehr oder weniger große Krater reißt, in mich selbst und die Menschen, die mir am nächsten stehen und mir eigentlich wichtig sein sollten.

Frust als festen Freund; bloggen ist die Paartherapie oder die Kreissäge für die Trennung. Jeder Blog-Beitrag hoffentlich ein Zahnrad mehr. Die Kreissäge aufkreischen lassen und nach einer Phase intensiven Schnittschmerzes wieder zur Ruhe finden. Tumore an meiner Persönlichkeit wegschleifen. Reflexion mit der Flex. Gedanken unter Kontrolle bekommen. „Laut denken“ in Schriftform.

Würde man mich fragen, was mir beim Bloggen am meisten gefällt, dann ist es das Kennenlernen neuer Menschen und der Austausch mit ihnen, egal ob sie nur für ein Kommentar oder für längere Zeit im Umkreis bleiben. Keinen von ihnen habe ich je persönlich getroffen, aber mich anderweitig mit ihnen verknüpft, sei es durch E-Mails, studivz (yes, I’m that old), Facebook oder SMS (yup, really fucking old). Doch das ist nun vorbei, denn du sollst verfickt nochmal diesen Blog nicht lesen! Warum tust du’s trotzdem?

„Yes, I am a thinking person. At least most of the times I am. Sometimes I even think too much about something, but that’s how I am. Other people may not think as much, they just go out and do what they gotta do. Some people listen to their heart, others listen to other people. But in the end you have to do what YOU think is the right way for YOU…“
– Zitat Mic

~ Etwas, dass du nicht liest, kannst du auch nicht kommentieren. ~

Blog-Restart

Blog-Restart

Kann es nicht glauben, mein vierter Blog. Während mein Erster schon lange im Treibsand versunken ist, findet man meinen zweiten Blog noch online. Der Dritte wurde seitens meines Webhosters gelöscht. Grund: mein Tot-stellen. No worry, es existieren Screenshots von fast allen Beiträgen und Seiten. Werde überlegen, ob und wie ich sie zugänglich mache, denn sie sind nach wie vor ein Sammelwerk vieler interessanter Gedanken und Erlebnisse, die ich immer mal wieder durchlese, sei es auch nur, um mir einen gehörigen Schrecken einzujagen.

Ich weiß nicht mehr, wann mein letzter Blog-Beitrag war, er dürfte mindestens zwei Jahre her sein, wenn nicht sogar mehr. Möglich, dass ich da schon arbeitslos war. So spannend es klingt und stellenweise sogar sein mochte, Marketing, insbesondere kleine, inhabergeführte Werbeagenturen, sind nicht meine Welt. Kam schon cool, Mädels zu erzählen, dass ich so ein hipper Textertyp bin, mit riesigen Kunden (haha), geilen Werbeslogans, Drehbüchern and shit, dazu noch Musik und Film, fuck yeah, der kreative Zerberus, der vor allem für die ganz irren Projekte von der Leine gelassen wird und mit seinem einzigartigen Stil die Konkurrenz seiner Kunden dazu veranlasst, juristische Mittel einzusetzen (was natürlich nichts half). Unser Rechtssystem mit solch einem Schwachsinn haltlos zu belasten ist so, als könne man einen Wettstreit nicht mehr regelkonform gewinnen und sieht sich gezwungen, mit dem Baseballschläger Köpfe zu jagen. Mein Kopf war zu schnell oder zumindest zu dick.

Meinem Dickkopf war es zu verdanken, dass ich 2014 diese beschissenen Marketing-Hippster-Agentur verließ und damit „Tschüß und fick dich“ sagte zu:

  • 12-Std.-Tagen (Minimum),
  • einem cholerischen Chef, perfektionistisch wie psychopathisch,
  • schlechten Menschen, die schlechte Produkte verkauften, welche aber durch mich wie der heißeste Scheiß auf Erden klangen,
  • Oberflächlichkeit,
  • Manipulation,
  • einem Gehalt, knapp über der europäischen Armutsgrenze, einfach nur, weil ich nicht die Eier hatte nach mehr zu fragen und mich zufrieden gab mit einem Job, bei dem ich mich ab und an kreativ austoben konnte,
  • Androhungen, den Job zu verlieren und nirgends mehr Fuß zu fassen, wenn ich nicht dem absoluten Kadavergehorsam fröne (umso lustiger wenn man überlegt wie sauer er war, als ich endlich sagen konnte, dass ich gehe),
  • aushorchenden Stasi-Kollegen, die mehr spionierten als selbst zu arbeiten,
  • Realitätsverbiegung bis sämtliche Biegungen einen in kriechende Haltung zwangen, mit der Stirn voran ins verbogene Gekröse des Chefs,
  • und noch vieles mehr, was mir Gott sei Dank inzwischen so fern liegt, dass ich mich spontan nicht daran erinnern kann.

Das alles verließ ich, um mich abwerben zu lassen, das heißt, ich sprang mit nackten Füßen wieder in den gleichen dampfenden Scheißhaufen in Form einer noch kleineren Werbeagentur. Ich wollte alles richtig machen, ging selbst zum Anwalt (lustigerweise Kunde der Agentur und Bekannter meiner Familie) und ließ meinen Arbeitsvertrag checken (er sagte, vom Gehalt her müssen da eigentlich 1.000 EUR mehr drauf, was ich nicht ändern konnte), sprach jede krude Formulierung an, recherchierte im Netz, stellte Fragen in Foren und tauschte mich privat mit vielen Leuten aus. Beim Bewerbungsgespräch wirkte es sogar so, als würde der neue Chef sich bei mir bewerben. Vieles wurde besprochen und vereinbart, es fühlte sich gut an, ich hatte Hoffnung; ich machte weitere Anfängerfehler, ließ mich blenden und sah hilflos dabei zu, wie jedes Versprechen gebrochen wurde. Ich floh und zog tiefgehenden Hass mit vielfachem Nachtreten auf mich. Ich sagte ein weiteres Mal „Tschüß und fick dich“ zu den vorherigen Punkten plus:

  • einem esoterisch-pseudowissenschaftlich-alternativ-nazi-medizinischen Wichser an Chef, der mir seine Medikamente aufzwingen wollte, weil der Unternehmenserfolg von meiner Gesundheit abhänge, (Fruktoseintoleranz und Glaukom machten mich in seinen Augen zu einem todkranken Mann, der mit überteuerten Kräuterkapseln seines Heilers geheilt werden muss – I should have known better und ja, es ist derselbe Dude)
  • einen Arbeitskollegen, der mich von Tag 1 an als Konkurrent sah (etwas, das ich von vornherein nicht aufkommen lassen wollte, offen ansprach und nicht unterstützte), mir dementsprechend keinen Raum zugestand und es auf perfide Art schaffte, mich klein zu halten,
  • ekelhafter Vertriebsarbeit, die ich in vorangegangenen Besprechungen stets in aller Deutlichkeit für mich ausschloss,
  • und wieder einiges mehr, das ich nicht in mir hochholen will.

Eineinhalb Jahre war ich arbeitslos, auf der Suche nach Orientierung und Halt in meinem Leben, während das Geld bedenklich knapp wurde und meine Depressionen mich mehr und mehr einschränkten, obwohl sie es waren, die mich überhaupt dazu veranlassten, diese Auszeit in der Arbeitslosigkeit zu suchen.

Mein altes Problem: Ich laber wieder zu viel und komme vom Hundertsten ins Tausendste. In aller Kürze weiter:

Beruflich

Nach einer vermeintlich gut durchdachten Orientierungsphase mache ich nun eine Ausbildung als Gesundheits- und Krankenpfleger mit Dualem Studium der Pflegewissenschaften (nach all meinen schlechten Erfahrungen im Studium mit 32 Jahren nochmal Student – hätte ich nicht geglaubt, mich nochmal in diesen trostlosen Tornado zu stürzen).

Aktuell liegt in der Berufsschule mein Notendurchschnitt in der Theorie bei 1,0, in der Praxis bei 2,0; im Studium bei 1,4.

Die Dekanin ist von meinen Präsentationskünsten derartig begeistert, dass sie mich für Science Slams empfiehlt und mit mir in Kontakt bleiben möchte, bzgl. Moderation und Präsentation. Und im Krankenhaus, in dem ich arbeite, werde ich auf Messeständen (ein Terrain, das mir durch meinen vorherigen Beruf nicht fremd ist) als Shrink-Headhunter eingesetzt und übernehme eventuell die Moderation bei verschiedenen Veranstaltungen. Was davon wirklich passiert, weiß ich nicht, bei meinem Glück. Ich weiß nur, dass es stark von der Station und vom Team abhängig ist, wie viel Spaß mir der Beruf macht.

An manchen Tagen empfinde ich mich als echte Hilfe und Bereicherung, an vielen Tagen klappt nichts und ich will alles hinwerfen. So schaff ich es z.B. immer noch nicht Blut abzunehmen, obwohl ich von klein an mit Blut in unterschiedlichsten Mengen und Mustern aufgewachsen bin.

Die Praxis ist eine riesige Schwachstelle bei mir. In der Theorie bin ich top, dank meinem persönlichen Interesse an der Medizin, ehemaligen Kunden aus der fucked up Pharma-Industrie und über meine Ex-Freundinnen – u.a. Apothekerin, Tiermedizinische Fachangestellte, Assistenz-Ärztin. Von Letzterer trennte ich mich übrigens zwei Tage vor Beginn der Ausbildung, nur um dann bei meinem ersten Praxiseinsatz auf ihre Station zu kommen, was für mich, und auch für sie, nicht gerade sehr angenehm war. Von mehr als dreißig verfickten Stationen die schwarze Petra gezogen! Da ihre Einsatzorte als Assistenz-Ärztin durch das gesamte Krankenhaus verteilt sind, scheint ein weiteres Wiedersehen in der Praxis möglich. Ich bzw. wir wollen das vermeiden.

Aber am Schlimmsten ist der Generationenkonflikt. Ich komme mit jungen Menschen nicht klar. Vor allem viele junge Frauen halte ich für ziemlich kaputt, ohne Selbstreflexion und Kenntnisse zu zwischenmenschlichem Umgang, Psychologie, Persönlichkeitsentwicklung und Beziehungen. Ich verstehe sie nicht, sie verstehen mich nicht und ich provoziere ja sowieso gerne, was nicht deeskalierend wirkt. Zu deeskalieren würde allerdings bedeuten, sich richtig, richtig dumm zu stellen. Bislang hatte ich immer die Möglichkeit, mich unter Leuten meiner Generation einzureihen und dort Cliquen zu bilden. Hier nicht machbar. Ich bin in die Rolle des Einzelgängers gezwungen und gehe in die Offensive, sobald ich faktischen Bullshit vernehme. Ich bin extrem intolerant gegenüber Bullshit geworden, was auch die vielen schlecht ausgebildete Lehrkräfte stark zu spüren bekommen.

Sportlich

Nach Wing Tsun und einigen anderen Budo-/Kung-Fu-Stilen habe ich für mich nun auch Krav Maga endgültig in die Bullshit-Ecke verfrachtet. Hängen geblieben bin ich beim Boxen, was ich jetzt nicht mehr ausübe, weil ich u.a. durch die ständigen Traumen Zysten im Kiefer bekomme, die mir in mehreren, sehr schmerzhaften Operationen entfernt wurden und mir meine Fresse zu einem äußerst fragilen Konstrukt gemacht haben. Ich finde das extrem schade und trauere dem sehr nach.

Dafür bin ich jetzt in einem richtigen Gym eingeschrieben und trainiere, so gut es zeitlich hinhaut. Aktuell: Ganzkörper-Tagesplan, Push- und Pull-Übungen im Wechsel mit Frontkniebeugen zu Beginn und rumänischen Kreuzheben am Ende. Ich wiege nun 14 Kilo mehr (laut BMI übergewichtig! ^^) und mein Oberarm ist so dick wie noch nie. Dennoch sehe ich nicht danach aus als würde ich Sport machen, Plauze sei Dank. Ja, ich bin ziemlich fett geworden. Wenn ich meine Hosen über die Beine kriege, scheitern sie am Bauch.

Psychisch

So angeknackst wie noch nie. Familiärer Terror, Panik-Attacken, verstärkte und erweiterte Ängste, voranschreitende Minus-Skala beim inneren Graphen zum Selbstwertgefühl, Versuch mehrerer Psychopharmaka ohne Erfolg, dafür mit deftigen Nebenwirkungen, schlechter, stark verkürzter Schlaf mit heftigen Träumen und mehrmaligem Aufwachen, das Gefühl, durch Krankheit oder Selbstmord sterben zu müssen (ich schrieb einen Brief an meinen Vater, weil ich glaubte, über Nacht zu sterben; als ich am nächsten Morgen aufwachte, zerriss ich ihn und warf ihn, auf mehrere Mülleimer verteilt, weg), ich führe Selbstgespräche, bekomme meine Gedanken nicht unter Kontrolle, die unaufhörlich und wild in meinem Schädel wüten (was ich körperlich durch lautes Aufheulen oder krampfende Zuckungen im Bauch erwidere) habe erst kürzlich geglaubt, Stimmen zu hören … fuck, noch mehr gefällig oder reicht das? Klingt heftig, ich weiß. Ist auch nicht immer so. Meine Psychotherapeutin (die sich kontinuierlich von mir entfernt) und ich, wir reihen das unter „Überlastung“ ein. Irgendwann wird es besser und so lange sie mir versichert, dass ich nicht verrückt bin, ist doch alles OK?

Sexuell und amourös

Klingt hochgradig bescheuert, aber nachdem ich mir November 2016 endlich ein billiges Smartphone gegönnt habe, hat mir Tinder den Weg zu vielen Frauen geebnet. Ich hatte recht viel Sex und sogar Beziehungen. Und ich hatte die baldige Erkenntnis, dass sich auf Tinder zum Großteil nur Psychopathinnen tummeln bzw. nur die Psychopathinnen auf mich abfahren. Zumindest machen sie es einem leicht.

Seit 10 Monaten bin ich nun jedenfalls in einer Beziehung mit Tinderursprung, eine Beziehung, in der ich klar kommuniziere, dass ich nicht heiraten und schon gar nicht erst Kinder will. Ich bin mir unsicher, ob sie das verstanden hat.

Frauen im Allgemeinen machen mich so fertig wie noch nie. Habe immer mehr die Schnauze voll von ihnen. Würde mich gerne dieser ganzen Frau-Mann-Scheiße, vor allem diesem inzwischen salonfähig gemachten Männerhass, entziehen. Prostituierte könnten eine Option sein, die nehmen mich sicher gerne einfach nur in den Arm, wenn ich sie dafür bezahle.

Finanziell

Still broke as fuck, obwohl (oder weil) ich mir ein Motorrad geleistet habe. Wundervoll zu fahren, ich liebe es. Dafür immer noch kein Auto, geschweige denn einen eigenen Wohnraum.

Sonstiges

Eine Ejakulation sorgt weiterhin für riesige Flecken an Wänden und Decken (Schwarzlicht im Schlafzimmer meiner Freundin deckt ein riesiges Sternenmuster auf). Kein Witz, meine Ejakulatmenge pro Orgasmus ist einfach viel zu viel. Vielleicht ist meine Ejakulatproduktion durch mein früheres exzessives Wichsen irgendwie nachhaltig entgleist. Und ich spritze nach wie vor sehr weit. Bei meinem Alter beruhigt mich das schon etwas. Dafür anderes umso weniger …

~ Du sollst diesen Blog nicht lesen! Etwas, dass du nicht liest, kannst du auch nicht kommentieren. ~