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Autor: Roger B. Nigk

Phlegmatnigker (Tocotronic – Gehen die Leute)

Phlegmatnigker (Tocotronic – Gehen die Leute)

Eine von mir sehr geschätzte Physiotherapeutin auf Station sagte zu mir: „So langsam wie du gehst, könnte man meinen, du erwartest etwas Schlimmes.“

Das stimmt.

Ich bin ein Langsamgeher. Habe das von meinem Großvater übernommen, der immer sehr gemächlich ging, ein Schritt nach dem anderen, ganz entspannt und ruhig. Der Tag hat 24 Stunden. Es gibt genügend Zeit. Aber halt nicht in einem Krankenhaus.

Langsam muss ich es mir eingestehen. Ich bin phlegmatisch. Früher habe ich mich über diese Langsamkeit, Verpeiltheit, ewige Müdigkeit eines guten Freundes gewundert, doch ich bin nicht anders. In der Arbeit musste und muss ich mir immer anhören, zu langsam zu arbeiten. Meine aktuelle Praxisanleiterin formuliert es höflicher: „Du arbeitest sehr bewusst.“
Wenn ich für Schule oder Studium lerne, müsste ich das Wochen vorher, weil ich lange brauche, neue Dinge zu kapieren, vor allem Dinge, die mich nicht interessieren. Ich bewege mich auch immer langsam. Immer. Auf der Straße werde ich von Rentnern und Kleinwüchsigen überholt. Im Boxen hieß es, man solle nach jeder Runde langsam in die Ringecke gehen, um Kräfte zu sparen und der gegnerischen Ecke nicht zu zeigen, wann man wirklich erschöpft ist. Außerhalb des Ringes zählt das nicht. Wer langsam geht ist schwach. Er kann mit dem Rudel nicht mithalten, kann nicht vor Gefahr flüchten, wird zerfleischt.

Mindestens zwei Jahrzehnte episodischer Depression, die mit massiver Antriebslosigkeit einhergehen, haben mein Gemüt verändert. Früher habe ich mehr geschafft, mehr versucht, war tatenfreudiger, unternehmungslustiger, war künstlerisch aktiver, hatte mehr Output. Heute, mit Endlichkeit konfrontiert und ausbleibender Anerkennung bzw. keinen positiven Auswirkungen meiner Arbeit (die ich – um die Paradoxie zu verdeutlichen – nicht mal veröffentliche), fehlt mir die Motivation. Ich bin immer noch kein gefeierter Superstar. Wieso auch? Meine Outputfrequenz ist nicht stabil genug, es mangelt an Persistenz.

Mir wurde geraten, ressourcenorientierter zu Denken, da ich viel auf dem Kasten hätte. Roger Buscapé Nigk macht alles in nervtötender Langsamkeit. Eine Welt, in der das nicht OK ist, ist nicht die Richtige für mich. Man sagt, hochsensible Menschen haben ein Problem mit zu vielen Reizen und sind schneller überfordert, wenn sie Dinge gleichzeitig machen müssen. Alles vielleicht ein Ausdruck meiner Langsamkeit, ich Sensibelchen.

Fick dich, Dirk.

„Selbstsucht ist zwar eine Grundschwäche aller vier Temperamente, aber der Phlegmatiker dürfte mit der größten Dosis gesegnet sein. Diese Schwäche führt über die Jahre zu Unentschlossenheit, die ihn hinter der Aktivität anderer zurückfallen lässt. Der Preis, den er zu zahlen hat, um etwas zu bekommen oder fertigzustellen, so wie er will, wiegt oft schwerer als sein Wunsch, es zu haben.“
Joyce Meyer, Traum statt Trauma (zitiert nach Wikipedia, „Phlegmatiker“)

Beleidigte Pflegerwurst

Beleidigte Pflegerwurst

Kann sein, dass ich mich immer und immer wieder wiederhole, weil ich einfach nicht mehr weiß, was ich hier und an anderer Stelle über meine Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger geschrieben habe. Was soll’s.

Geht es um Genderkacke, radikalen Feminismus und das alles, rege ich mich oft darüber auf, dass manche Menschen einfach viel zu empfindlich ist. Dieser Blog-Beitrag legt offen, was für ein Sensibelchen ich bin.

Meine Zwischenbewertung des vierwöchigen Praxisblocks in der Onkologie sollte am 29.06. laufen. Ich kann mich nicht daran erinnern, warum es an diesem Tag nicht klappte. Die für mich zuständige Pflegekraft hatte nicht daran gedacht und ich hatte nicht daran gedacht. Sie war scheinbar auch nicht darauf vorbereitet (sprich: sie hat sich nicht die Mühe gemacht, andere Pflegekräfte über mich auszufragen), sonst hätte sie mich sicher darauf angesprochen. In Einigung mit meiner Klassleiterin teilte mir die Stationsleitung mit, ich habe zwar ein Zwischengespräch, aber nicht mit Bewertung. Das ist völlig okay. Auf meine Praxisnote im Zeugnis wird das nicht viel Einfluss haben. Außerdem war heute eine Stationsbesprechung mit fast dem gesamtem Team. Ich denke nicht, dass ich wichtig genug war, ein Punkt auf der Agenda zu sein, aber sie hat sich durchgefragt. Zeigte ihr im Vorfeld eine Liste an Pflegekräften, mit denen ich gearbeitet hatte und die sie über mich ausquetschen konnte. Ich bin da entgegenkommend, das macht sonst niemand.

Spätschicht. Was fühlte ich mich gut. Ich arbeitete viel und korrekt, hielt den examinierten Pflegekräften den Rücken frei und bespaßte die Patienten. Als einziger Schüler auf einer Station ist es my time to shine. Ich genieße das. Fast schon hatte ich so viel Selbstvertrauen, dass ich mir ausmalen konnte, nach dem Examen komplett frei arbeiten zu können. Selbstkritisch wie ich bin, sind das eher kurze traummalerische Höhepunkte, deswegen kostete ich das richtig aus. Erinnerte mich daran zurück, wie ich am Anfang dieses Praxisblocks  daran dachte, die Ausbildung abzubrechen. Alles in mir verlangte danach. Ich war völlig überfordert, drohte unterzugehen in den ganzen schriftlichen Arbeiten, Prüfungsvorbereitungen und dem Einarbeiten in diese völlig ungewohnten Abläufe der neuen Station (dort wird einiges anders gehandhabt und meiner Meinung nach nicht zum Besten – Aushilfskräfte die dort anfangen, bestätigen mir das u. a. durch ihr Stirnrunzeln, wenn sie eingearbeitet werden). Aber ich weiß, dass ich nicht nochmal flüchten kann. Kein Ausweg mehr. Ich hatte mich nach mehr als einem Jahr Bedenkzeit für die Pflege entschieden und bin jetzt in ihr gefangen. Mindestens bis zum Examen.

Wie so oft wurde das Gespräch an das Schichtende verlegt, vorher fand sie in den ruhigen Momenten keine Zeit (Raucher müssen rauchen). Es begann damit, dass ein Zwischenziel („Grundpflege routinieren“) in den „Endzielen“ (doofes Wort) auf einmal um „+ Prophylaxen“ erweitert wurde. Ich beherrsche die Prophylaxen. Das als Ziel nachträglich aufzunehmen kommuniziert ungerechtfertigerweise, dass ich da Nachholbedarf habe. Doch egal, ich möchte nicht soooooo kleinlich sein.

Sie sagte danach: „Du hast mir ja am Anfang des Praxisblocks schon gesagt, dass du oft unmotiviert wirkst, oft langsam bist usw.“
Korrekt. Ich habe ihr auch das „Warum“ erklärt. Ich wirke unmotiviert, weil ich mit mir selbst unzufrieden bin, an meinen eigenen Ansprüchen scheitere und es gerne besser machen würde (sie ist da genauso). Ich versuche weniger Angriffsfläche zu bieten, indem ich mich zurückhalte. Auf andere wirkt das, als sei ich unmotiviert. Deshalb wünschte ich mir explizit Anleitungen. Diese Erklärung hat sie komplett vergessen. Bei ihr blieb nur hängen: „wirkt unmotiviert“. Ebenfalls erklärt habe ich ihr, dass ich langsam bin, weil ich versuche schulisch zu arbeiten und weil ich mich nicht hetze, wenn es gerade nicht viel zu tun gibt oder eine Aufgabe nicht sehr dringlich ist. Aber ich bat explizit darum mich bitte wissen zu lassen, wann ich richtig Gas geben solle, denn scheinbar kapier ich’s einfach nicht, wenn Not am Mann ist. Ich hatte nie den Eindruck, Arbeit liegen zu lassen, also schien mein Arbeitstempo angepasst. Damals sagte sie noch dazu: „Das ist auch gut so, nicht zu hektisch zu arbeiten. Alle die sich so durchhetzen, haben später ein Burn-out.“

Sie weiter: „Wenn du das schon weißt, warum tust du nichts dagegen?“
Ja, warum eigentlich? Warum wird ein Depressiver nicht einfach fröhlich? Zu wissen und selbst benennen zu können, dass man etwas nicht kann, bedeutet den ersten aktiven Schritt zur Änderung. Mich umzukrempeln passiert nicht über Nacht! Ich wünschte mir etwas mehr geführt zu werden, geteilte Erfahrungen der Profis zu erhalten, die auf meine eigene, individuelle Situation passen. Ich wünsche mir das in jedem Praxisblock und nichts geschieht.

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Das Leben auf der anderen Seite des Fensters

Das Leben auf der anderen Seite des Fensters

Gerade fiel mir auf, wie oft ich bei bestem Wetter an meinem Laptop sitze und an irgendwelchen Schul- oder Studienarbeiten schreibe, während draußen Dult, Konzerte und Feste zu hören sind. Aber was heißt „ich schreibe“ … ich lasse mich durch Mist im Internet ablenken, renne hundertmal zum Kühlschrank, hundertmal auf und ab oder starre depressiv die Wand an. Schlimmstenfalls lege ich mich ins Bett und pendle in nervöser Grundstimmung zwischen Schlaf- und Wachphasen, weil ich weiß, dass mir die Zeit davonläuft. Wie immer halt.

Diese Woche habe ich erstmals so richtig ehrlich und ernsthaft erkannt, was für ein horrender Bullshit einem im Pflegestudium serviert wird. Es gibt so viele Studienarbeiten, die sind einfach das Papier und/oder den Strom nicht wert, um sie zu lesen, so viele bescheuerte Theorien und Modelle, wo man sich fragt: Ab wann ist denen die Realität so fürchterlich abhanden gekommen? Und am deutlichsten wurde mir bewusst, wie unwohl ich mich in dieser Fakultät fühle. Ich lese die Plakate an den Wänden. Gleichstellung scheint sehr wichtig zu sein. Gleichberechtigung ist nur ein Wort, ein Deckmantel für Praktiken, die nichts mit Gleichberechtigung zu tun haben und selbst sexistisch motiviert sind, Vorurteile schüren und andere Menschen einschränken, obwohl diese so leben, dass sie keinem anderen in die Quere kommen. Doppelmoral ist halt auch moralisch, nicht?

Ich versuche das Beste daraus zu machen, sehe mich aber durch meine Depressionen daran gehindert. Ich weiß, dass ich eine medikamentöse Therapie bräuchte und regelmäßige Gespräche mit einem Therapeuten. Auf beiden Ebenen habe ich schon viel ausprobiert und bis jetzt nicht das Richtige für mich gefunden. Mich einweisen lassen wäre im Rahmen des Möglichen, doch ich fürchte die Stigmatisierung. Ich bin tatsächlich der Meinung, ich hätte im Marketing bleiben sollen. Das wäre erst recht nicht gut für meine psychische Gesundheit gewesen, aber ich hatte mir zumindest eine Nische geschaffen, in der ich weitestgehend eine ruhige Kugel schieben und ab und an mal kreativ sein konnte. Lass mich eine Woche wieder in diesem Bereich arbeiten und mir fallen massig Dinge ein, warum es doch besser war, dort zu verschwinden. Sprunghaft as fuck: Roger B. Nigk.

Ich finde einfach nicht meinen Platz. Prokrastination und Selbstsabotage in wichtigen Lebensaspekten wird meine kleine Blüte auf ewig verschlossen lassen. Entfaltung steht mir in dieser Welt einfach nicht zu. Verstanden werden schon gleich gar nicht. Und wer mich zu verstehen scheint, zeigt mir gleich, was für ein verfickter Träumer ich doch bin.
Selbstmord ist die meiste Zeit meines Lebens ein entspannendes und zugleich extrem schwächendes Gedankenspiel für mich. Konnte ich nicht schlafen, brachte ich mich um. Der Gedanke schaut aktuell durchs Schlüsselloch, beobachtet mich und hat die Faust geballt, um an der Tür zu klopfen. Wenn ich ihn reinlasse, wird es mal wieder für ein paar Wochen ganz übel. Ich muss das vermeiden, außer ich will meine dämliche Pseudo-Karriere gefährden, diesen letzten, kleinen, brüchigen scheiß Ast, an den ich mich mit meinem Mittelfinger festhalte. Mein Fenster ist gekippt. Ich liebe live gespielten Jazz. Klopf, klopf.

Nina Nastasia – Too much in between

Nina Nastasia – Too much in between

Excision ist einer dieser Filme, die nicht jedem gefallen. Ich wusste nicht auf was ich mich einlassen würde, vielleicht gefiel er mir deswegen so sehr. Vor allem seine psychologische Tiefe spricht mich an. Irgendwann werde ich mich ihm ausführlicher in einem Blog-Beitrag widmen.
Im Soundtrack dieses kurzweiligen Streifens findet sich eine sehr schöne Perle von Nina Nastasia, der Song „Too much in between“, 2000 auf dem Album Dogs veröffentlicht. Produziert von Steve Albini ist das jetzt definitiv in meiner Playliste und will ganz genau behört werden.

Nastasia’s Song verfolgt ein einfaches Rezept, das mich jedes Mal voll erwischt: Gezupfte Einzeltöne auf einer Akustikgitarre, säuselndes, schwer melancholisches Gesang … das war’s. Mehr braucht’s nicht, um mich verliebt zu machen. Für mich schlägt der Song mit seinen Bottle-Neck-E-Gitarren-Einlagen (ich vermute Bottle Neck) in eine Schneise, die ich vereinzelt in Jesse Sykes & the Sweet Hereafter wiedergefunden haben (2003 mit dem Album „Reckless Burning“ und seinem fantastischen Titeltrack, den ich erstmals im Film 12 and Holding hörte – Filme bringen mich auf die besten Songs). N-joy!

ZUSATZ: Es ist so viel zu tun, aktuell. Ich komme mit dem Spagat zwischen Schuleinsätzen, Studium und Praxis nicht zurecht. Die Belastungsspitzen sind zu hoch, darunter leidet auch dieser Blog. Ich werde zurückkommen. But there’s too much in between.

Kurz nachgedacht: Gleichberechtigung?

Kurz nachgedacht: Gleichberechtigung?

Kommt mir so vor als wären alle Bemühungen der geschlechtlichen Gleichberechtigung eine riesige Heuchlerei und Scheinheiligkeit. Der Feminismus der 3. Welle pickt, wie könnte es auch anders sein, wieder nur Rosinen für die Menschen unter uns, die über mindestens eine Vagina oder Gebärmutter verfügen und sich der Öffentlichkeit als Frau darstellen (kompliziert, ich weiß).

Meine Fragen:

Seit wann sind alle so verfickt empfindlich geworden?

Kann es Gleichberechtigung geben, wenn es nur um Frauenrechte geht?

Sind Frauenquoten nicht das gleiche, als würde der Dermatologe ein eiterndes Ganzkörperekzem nur mit Makeup behandeln?

Wenn Frauen für ihre Geschlechtszugehörigkeit aufgrund von Quoten beruflich bevorzugt werden, ist das nicht genauso sexistisch wie eine Bevorzugung von Männern?

Wenn es, im Sinne der Gleichberechtigung, Frauenbeauftragte gibt, waren und sind damit alle anderen automatisch Männerbeauftragte? Wäre das nicht ungerecht?

Wie viel hat das mit Gleichberechtigung zu tun, dass Frauen ohne Konsequenzen Verhütungsmittel, die in ihrem eigenen Wirkbereich liegen (orale Kontrazeptiva), fahrlässig fehlerhaft anwenden und damit einem Mann ein Kind anhängen, welches er niemals wollte? Was, wenn eine willentliche Manipulation der Verhütung von der Frau vorgenommen wurde (Löcher im Gummi)? Ist es möglich einem Mann, der  entschieden kein Vater des Kindes einer bestimmten Frau sein will oder gar kann (derer Gründe könnte es viele geben, sogar unabhängig von Geld), hier irgendwie zu helfen?

Warum werden gleichwertige Straftaten von Frauen mit einem geringeren Strafmaß geahndet? Oder mal als kleine kindische Analogie mit Rückblick in meine Schulzeit: Warum mussten meine Mitschülerinnen nicht annähernd so umfassende und häufige Strafarbeiten schreiben wie wir Jungs, wenn sie bspw. ihre Hausaufgaben nicht hatten? Warum bekamen sie nach Prügeleien keine Verweise (egal ob female vs female oder mixed fights)? Warum griff vor Lehrkräften das Notwehrrecht auf einmal nicht mehr, wenn die Mädels uns wiederholt gegen das Schienbein traten? Und warum soll ein Richter heute vom Geiste her da irgendwie anders ticken als eine strafende Lehrkraft? Für beide sollte doch gelten: Vor dem Gesetz/der Tafel sind alle gleich.

Warum wirkt es, als ließe man Frauen keine andere Rolle als die des passiven Opfers und Männern nur die, des Aggressoren und ist diese Rollenverteilung gut so? Warum überhaupt (schon wieder) Rollenverteilung nach Geschlecht? Ich dachte Rollen sind böse?

Muss ich bei jedem Flirt mit einer Dame diesem Leitfaden folgen, um mich nicht in Schwierigkeiten zu bringen: Wann habe ich sie berührt? Wo habe ich sie berührt? Warum habe ich sie berührt? Was habe ich dabei gefühlt? Was in ihrer Physiognomie, ihrer Gestik, allgemein in ihrer Körpersprache, was in ihren Worten und der Modulation dieser hat mich denken lassen, dass sie damit einverstanden sein könnte? Wie hat sie darauf reagiert? Wie habe ich ihre Reaktion interpretiert und warum? Unter welcher Vereinbarung fand das Treffen statt? Habe ich ihr ständig kommuniziert, dass sie ohne Repression/Strafe/Verleumdung/Beschimpfung/negative Konsequenzen etc. jederzeit sich meinem Wirkbereich entziehen kann und habe ich mich darüber vergewissert, dass sie kognitiv und physisch dazu in der Lage ist, dies erfolgreich unmittelbar zu erkennen und notfalls auch umzusetzen? Hab ich das schriftlich? Habe ich Zeugen, die sich davon vergewissern konnten, u.a. auch davon, dass ich im Rahmen dessen keinerlei Druck oder gar Gewalt ausgeübt habe, weder verbal noch nonverbal … puh …
Gilt das im genau selbem Maße auch für Frauen? Und wenn ja, warum hätte ich Skrupel eine Frau an den öffentlichen Pranger zu stellen und ihr Image, vielleicht sogar ganzes Leben zu zerstören, nur weil sie beschissen flirtet und/oder mich falsch angefasst hat? Wieso fällt da eine „Güterabwägung“ (wenn man so will), derart unterschiedlich aus?
Wie ist gerade in diesem Zusammenhang Alkohol- und Substanzabusus aus allen Perspektiven zu betrachten (d.h. Mann/Frau motiviert/nötigt etc. Frau/Mann zum Konsum oder flößt sogar heimlich ein; welcher Promillewert wirkt sich rechtlich wie auf die Folgen von Taten aus, z.B. Frau, die unter Einfluss freiwillig die Beine breit macht; Mann, der unter Einfluss die Finger nicht bei sich halten kann usw.)?

Warum höre ich keinen Aufschrei, dafür leises Kichern, wenn einem Mann von seiner Freundin/Frau aus Rache für Seitensprünge die Geschlechtsteile abgeschnitten werden, aber sehe in entsetzte Gesichter, wenn ich eine fiktive Geschichte von einer Frau erzähle, der aus selbem Grund die Klitoris von ihrem Ehemann abgetrennt wird? Warum ist nicht beides als schreckliche, unmenschliche Tat anzusehen?

Warum können Frauen unfassbare Lügen zu vermeintlicher Vergewaltigung, sexueller Nötigung, Missbrauch, Gewalt etc. verbreiten und bekommen noch gesellschaftlichen  Zuspruch, obwohl ihre Lügen glasklar aufgedeckt wurden? => „Everything You Know About Porn Star Leigh Raven’s Charges of On-Set Abuse is Wrong (We have the VIDEO)“

Was zum Teufel ist im Leben von Frauen schief gelaufen, die sich von Blicken vergewaltigt fühlen, schlechtes Flirten eingeschüchterter Männer mit lautem Gebrüll öffentlich abstrafen und auf psychologischer Sicht keinerlei Skrupel haben, mit größter Gewalttätigkeit zu agieren? Hand aufs Knie legen als Straftat … wann kommen Menschen, die so etwas fordern, mal in der Realität an?

Warum gibt es an meiner Fakultät für angewandte Sozial- und Gesundheitswissenschaften so viele Diskussionsrunden und Veranstaltungen mit dem Wörtchen „Gender“ im Titel und warum verstehe ich in vielen von ihnen kein Wort bzw. muss mich die ganze Zeit über fragen, ob diese komischen Kinder wirklich keine anderen Probleme haben?

Warum, verfickte Scheiße fickt euch alle argh, wird die Note meiner Studienarbeiten schlechter, wenn ich nicht jedes scheiß Wort 100%ig durchgendere?

Warum wird nicht erkannt, dass manche dieser Kriegsschauplätze gegen Diskriminierung, selbst Diskriminierung hervorrufen? Und wenn doch, warum wird das als OK angesehen?

Wenn es wirklich stimmt, dass Männer häufiger Suizid begehen (laut Statistiken sogar deutlich häufiger, hier ein Beispiel), warum unternimmt man nichts dagegen, die Suizidrate zu senken? Ich stelle mir gerade vor, wie es andersrum wäre. Alice würde mit Panzern losstürmen, nicht?

Sind Frauen, die nicht der Meinung sind, privat und im Beruf gegenüber Männern benachteiligt zu werden (dazu gehören fast alle Frauen, mit denen ich zusammen war bzw. näher zu tun habe) Verräterinnen, blind oder einfach nur blöd? Beschämen diese Frauen mit ihrer Zufriedenheit (nicht „Zufriedenheit trotz Benachteiligung“) andere Frauen oder werden diese Frauen vielleicht von Feministinnen diskriminiert?

Warum gibt es keine Müllfrau und die Sündenziege im deutschen Sprachgebrauch, bei all dem Dreck und gesellschaftlichen Schaden, den diese vielen, schwer überdehnt narzisstischen Feminismusmenschen fabrizieren?

Wann wird welcher Fehler zum Blankoscheck, den Ruf eines Menschen – und damit auch weite Teile seines Lebens – nachhaltig zu zerstören, vielleicht sogar trotz Reue und Entschuldigung? Ist es klug einen nicht begangenen Fehler „einzugestehen“, bevor man online und danach im Real Life gelyncht wird? Etwas nicht eingestehen, das man verdammt nochmal auch nicht getan hat, lässt einen wie ein Lügner wirken. Natürlich nur, wenn man ein Mann ist.

Ist Ungleichheit gleich Ungerechtigkeit, wenn Ungerechtigkeit scheinbar immer Ungleichheit ist? (That’s a tricky one.)

Warum kennen so viele nicht den Unterschied zwischen Gleichberechtigung und Gleichstellung? Oder perfider: Warum darf sich Gleichstellung so frech in den Deckmantel von Gleichberechtigung hüllen und erhält dabei sogar noch Rückendeckung aus der Politik?

Und: Warum habe ich das Gefühl, mich mit diesem Blog-Beitrag fürchterlich in die Nesseln gesetzt zu haben? Manchmal glaube ich es gäbe keinen Willen zur differenzierten Diskussion mehr, nur noch schnellstmögliche Schuldzuweisung in kritischen Themen, möglichst emotional aufgeladen, weil das die optimale Spielwiese zur Manipulation der Massen  zu sein scheint. Auch wenn dieser Beitrag hier etwas anderes vermuten lässt: Bei diesem Thema von „Schulden“ und „Schuld“ zu sprechen, scheint mir der absolut falsche Weg zu sein. Nicht Feminismus oder Maskulinismus. Humanismus!

~ Ich kann radikale Feministen nicht daran hindern, dass hier zu kommentieren, denn sie widersetzen sich zu gern Grenzen, obwohl sie im Umgang mit ihnen pausenlos Grenzen einfordern. Ich darf noch einmal darauf verweisen, dass dieser Blog nicht zum Lesen bestimmt ist. GTFO ~

Traumfänger im Roggen (Träume mit Wiederkehr)

Traumfänger im Roggen (Träume mit Wiederkehr)

Wiederkehrende Träume sind ziemlich verbreitet. Mein Opa hat nach eigenen Angaben nur vom Fliegen geträumt. Oma träumt seit Opas Tod oft von ihm (ihre Traumdeutung: sie müsse sterben. Ja, das müssen wir alle mal). Eine Mitschülerin träumt von Dinosauriern, die sie fressen. Einer anderen fallen die Zähne aus. Ein früherer Kumpel träumte davon, nackt in der Schule zu stehen. Was träumt dieser leicht gestörte Motherfucker, Roger Nigk?

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Is this a thing? Revenge Porn

Is this a thing? Revenge Porn

Zuerst dachte ich an ein Spielfilm-Genre, wie Torture Porn, etwas in Richtung asiatischer Hass-Tradition à la Park Chan-wook, der meiner Meinung nach ziemlich überschätzt wird (zur Bestätigung dieser unter Cineasten stark verpönten Ansicht reicht schon die von ihm kommentierte Version seines besten Filmes Oldboy). Dann las ich darüber einen Artikel, weil eine ziemlich heiße YouTube-Aktivistin für gleichgeschlechtliche Liebe, ihren Ex-Macker deswegen verklagte. Und dann fiel mir auf, dass ich mir ganz bestimmt schon mal auf so was einen runtergeholt habe, weil ich es für freiwillig veröffentlichte Amateur-Pornografie hielt. Na wat jetz‘ nu, wat heeßt det jetz‘? Richtig geraten, Revenge Porn bedeutet Außenstehenden zugänglich gemachte Privataufnahmen sexueller Natur, bei deren Veröffentlichung kein Konsens aller Beteiligten vorliegt. Aus Rache. An denen ohne Konsens.

Man fantasiere sich zusammen, man browst wie jeden Tag sechs Stunden durch die einschlägigen Portale und findet auf einmal ein Video eines Familienmitglieds, eines nahen Verwandten, Freundes oder ähnlich bekanntem. Manche mögen da nicht zu wichsen aufhören. Ich würde fragen: „Um Himmels Willen, nein, bitte lieber Gott, DU machst Pornos?!?!!? Ich hab da ein paar innovative Ideen, die du mal mit deinem Partner ausprobieren kannst und die dir sicher Klicks bringen. Meine Freundinnen hatten da nie Bock drauf. Will aber Gewinnbeteiligung!“
Oder noch eine Ecke stranger: Man entdeckt sich selbst im Video?! Vielleicht weil es heimlich gedreht wurde????? Kann mich an zwei Clips erinnern, wo der männliche Darsteller wie ich aussah, nur leider weniger gut bestückt, weswegen ich nicht damit angeben kann. Außerdem ficke ich weitaus besser als diese Jungs, hab die krasseren Moves, den tighteren Rhythmus, den schnelleren Maschinengewehr-Ficktakt, die tieferen, G-Punkt-punchenden Stöße, sogar das geilere Vorspiel und eloquentere Dirty Talking …

Wisst ihr Bescheid.

Wie würde ich mich fühlen, wenn jemand von mir deutlich sexuell gefärbtes Material ins weltweite Internetz hochlädt oder (noch schlimmer!) gezielt im Verwandten-/Freundes-/Bekannten-/Dunstkreises verteilt? Der nichtexistente Gott weiß, dass es dererlei Footage zu genüge gibt. Anfänge einer Beziehung werden mit mir durch das überschwängliche Senden von Bildern meines Schwengels besiegelt. Fuck, es gab schon schlechtere Gründe, warum ich Frauen Bilder meines Penisses geschickt habe. Dazu noch die vielen Video-Snippets (Schwanz im Fleshlight, Spermaweitspritzen über den Tisch, auf ausgedrucktes Bild der Empfängerin wichsen, mit dem Ständer ein Schlagzeugsolo auf einem Hocker spielen …), die Audioaufnahmen lauten Gestöhnes (von mir, einer oder mehrerer Damen während des Aktes, von der mithörenden Nachbarin mit ihren Anfeuerungsrufen und masturbatorisch herbeigeführten Orgasmen T…), die mehr oder minder artsy zusammengeschnittenen Pornofilmchen, in denen ich genauestens dafür sorgte, dass man das Gesicht der Frau nicht sieht (ich begründete das mit „Respekt“ gegenüber der Frau, die das Recht hat, anonym zu bleiben, dabei wollte ich einfach nur nicht abgelenkt werden von [insert a politically incorrect joke who will butthurt a lot of people]). Super, die verteilende Person müsste dann nicht mal aufwendig dafür sorgen, sich selbst unkenntlich zu machen! Ganz toll, Roger. Super mitgedacht!

Either way, Rachepornografie kann nur der Ursprung einer schwerst asozialen Persönlichkeit sein, egal wie verletzt oder gekränkt die arme Seele sein mag. So einen Mist kann man nicht schönreden. Wie kommt man nur da drauf? Es ist ein Akt dreckigster Gewalt gegenüber jemanden, den man angeblich mal geliebt hat. Etwas, das mich so oft verwundert. In den Beziehungen, die ich hatte, war es nur in einer (meiner ersten festen Beziehung) möglich, ehrlich Freunde zu bleiben. Sie hatte sich von mir getrennt. In allen anderen Beziehungen trennte ausnahmslos ich mich (wer mag nach diesen letzten zwei Sätzen wild psychologisieren? Roger gibt den Schmerz weiter, den er nach dem ersten Aus nicht verarbeiten konnte?) und war damit langfristig Diffamierung, Ausgrenzung und was sonst noch ausgesetzt. Da konnte ich so ehrlich, einfühlsam, nett, ruhig und/oder schuldbewusst formulieren wie ich wollte, selbstlos Unterstützung, Freundschaft und Mitgefühl anbieten. Sie wollten das alles nicht; sie wollten mich. Paradoxer geht es kaum. Gib nicht, was sie verlangen, und du hast einen Feind bis ans Lebensende. Erinnert an das kindische Verhalten radikaler Feministen?
Es war schon nicht leicht eine Beziehung persönlich zu beenden. Keinen freundschaftlichen Kontakt mehr zu dem Menschen aufnehmen zu dürfen, den man mal sehr geliebt hat, doch mit dem man die amoröse Form der Liebe nicht weiterführen möchte/kann, das ist ein Stich bis zum Schaft, auf dass das Messer noch lange sichtbar stecken bleibt. Gegen Ende einer Beziehung und darüber hinaus zeigt sich die ungedrosselte miese Seite eines Charakters.
Intime Details in einer schädigenden Weise zu verbreiten (von mündlich oder im Messenger verbreiteter Geschichte, bis zum Screenshot* oder Smartphonefilmchen) ist ein verfickter Bitch Move. Und ihr Frauen dürft euch da nicht rausnehmen. Ihr seid untereinander gut vernetzt. Ich bin mir sicher, dass jede der Freundinnen meiner Ex-Damen darüber Bescheid weiß, wie mein Schwanz beschaffen ist und wie ich ihn benutze, wenn ich nicht pisse, wobei es zu letzterem Überschneidungen geben mag. Kann man daran erkennen, wie auf einmal Freundinnen der metaphorisch Verblichenen anstehen, in der Hoffnung, etwas Schwanz abgreifen zu können. Anekdotische Evidenz aus meiner sicherlich verzerrten Wahrnehmung, ich weiß.

In diesem Absatz könnte ich mich dezidierter und ausführlicher darüber auslassen, wie verfickt unfair und asozial das ist; darüber, wie sich die Opfer fühlen, welche weitreichenden Konsequenzen es haben kann (familiär, im Social Circle, beruflich …), wie belastend und schmerzhaft es für sie ist … falls vorhanden wird Vertrauen wissentlich gebrochen, auf jeden Fall wird eine Grenze überschritten. Am Grenzzaun bleibt der Körper des Aggressors hängen und legt mit jedem weiteren Schritt nach vorne eine verdreckte Seele in all seiner Niedertracht frei. Es ist beschämend. Dennoch beschränke ich mich auf den Appell: Lassen. Ernsthaft. Lass das. Werd erwachsen, du bemitleidenswerte Pussy.

Somit hätten wir neben „Sei kein eifersüchtiger Vollarsch, der andere bedroht“ (wer denkt, damit sind nur Männer gemeint, ist ein Sexist!!!) noch ein weiteres Just Don’t: Verbreite keinen sexuellen/erotischen Content deines Partners/deiner Partnerin, wenn der/die das nicht will! Schon gar nicht aus Rache, du bemitleidenswertes Stück Scheiße! Dafür sollte man dir eine Nagelfeile in die Harnröhre schieben! (Wer erneut denkt, damit wären nur Männer angesprochen, ist wirklich ein verfickter Sexist …)

„Die Jungs sollten mir dankbar sein, sie so zu sehen. Keiner will die Katze im Sack am Sack.“

* Anmerkung: Ja, in diesem Blog habe ich selbst einige Screenshots aus Messengern veröffentlicht, JEDOCH anonymisiert. Doppelmoral kann man mir hier nicht unterstellen. Dafür an sämtlichen anderen Stellen.

~ Kommentier das nicht, du Pussy. ~

Tinder-Träume Teil 2 (Erstes Date, 24.04.2018)

Tinder-Träume Teil 2 (Erstes Date, 24.04.2018)

~ Hier Teil 1 lesen. ~

Sie hasse es auf Kellner warten zu müssen (no shit?). In China liefe das ganz anders.
„Ich hatte dich ja zum Chinesen eingeladen, aber du wolltest nicht.“
„Deine Chinesen sind in Deutschland, die sind genau so. Das Essen ist auch schrecklich.“
„Ähm, es ist Chinesisch.“
„Es ist deutsches chinesisches Essen. It’s so different and terrible.“
Später bekam ich dann einen Hinweis darauf, welche Art chinesischen Essens sie so bevorzugte (ein Grapefruitsaft-farbener Mund, für den man, bei europäischen Essgewohnheiten, schon einen ganz besonderen Fetisch braucht, um ihn küssen zu wollen).

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Tinder-Träume Teil 1 (Erstes Date, 24.04.2018)

Tinder-Träume Teil 1 (Erstes Date, 24.04.2018)

Hätte man mich gefragt, hätte ich nicht gedacht, dass das Date so strange werden würde. War viel zu früh da, also flanierte ich noch ein bisschen durch das Parkgelände des Krankenhauses, in dem ich arbeite. Ich parke dort oft mein Motorrad, wenn ich in die Stadt gehe, weil ich mich dort umziehen konnte und es immer irgendwo ein sicheres Plätzchen für mein Bike gab. Könnte Sera auf der von der Abendsonne beschienenen Sitzbank gewesen sein, die Assistenzärztin, die ich so sehr liebte, dass ich sie verlassen musste. Hat sie überrascht und sicher auch frustriert. Blog-Beitrag dazu wird folgen.

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Elements of Crime

Elements of Crime

Träumen wir etwas, finden wir häufig Versatzstücke bzw. inspirativen Ursprung in Dingen, die wir zuvor erlebt oder gedacht haben. Vermute ich zumindest. Kann natürlich auch sein, dass ich Muster erkenne, wo keine sind. Werde nochmal in einem Blog-Beitrag zu wiederkehrenden Träumen kurz, keineswegs tiefgründig, darauf eingehen. Hier ein Versuch der Veranschaulichung anhand zuvor erlebter Dinge:

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